Wird der Bierbauch salonfähig?

Der Bierbauch macht neuerdings unter dem Namen Dadbod (“Papakörper”) Karriere und soll den Waschbrettbauch als Schönheitsideal ablösen. Die Wampe ist aber nicht nur ein optisches Problem, sie kann gesundheitlich richtig gefährlich werden.

Ein moderater Bierbauch scheint aktuell wieder vorzeigbar zu sein, wie der zum neuen, männlichen Körperideal erklärte “Dadbod” zeigt. Dabei war und ist die Plauze kein rein ästhetisches Problem. Denn tief im Inneren des Bauchraums kann sich Fett ansammeln – auch an und zwischen den Organen. Dieses viszerale Fett ist eine Gefahr für die Gesundheit.

1. Kommt der Bierbauch tatsächlich vom Bier?

Nein. Zumindest nicht nur und nicht direkt. “Der Bierbauch kommt natürlich daher, dass man zu viele Kalorien zu sich nimmt und zu wenig verbrennt”, sagt Professor Andreas Fritsche vom Lehrstuhl für Ernährungsmedizin und Prävention an der Universität Tübingen. Aber: Neben Fett ist Alkohol eines der Lebensmittel mit den meisten Kalorien – und trägt so durchaus dazu bei, dass man einen Bierbauch bekommt.

Wer viel Bier trinkt, isst meist auch etwas dazu. Daher kommt wohl auch der Name, vermutet Professor Richard Raedsch vom Berufsverband Deutscher Internisten: “Der typische Mensch mit einem Bierbauch trinkt gerne Bier, isst aber auch sehr gerne.”

2. Haben vor allem Männer einen “Dadbod” oder täuscht das?

Den typischen, runden Bierbauch bekommen vor allem Männer. Sie sind meist Fettverteilungstyp Apfel, während sich das Fett bei Frauen eher birnenförmig verteilt – sich also vor allem an Oberschenkeln und Po anlagert.

3. Was ist drin im Bierbauch?

Der “Dadbod” besteht vor allem aus Fett. Allerdings gibt es im Bierbauch verschiedene Arten davon: das subkutane Fett, das sich direkt unter der Haut anlagert. Und das viszerale, das sich tief im Inneren des Bauchraums sammelt und auch zwischen und an den Organen anlagert. Dieses Fett ist für Betroffene gefährlich.

4. Warum ist das viszerale Fett so gefährlich?

Das viszerale Fett hat eine andere Zusammensetzung der Fettzellenstruktur als das subkutane, sagt Raedsch. Und es sendet bestimmte Hormone aus. “Die tragen zu einer Appetitsteigerung bei, man isst mehr und die Fettablagerung nimmt noch zu.” Matthias Blüher, Adipositas- und Fettgewebeforscher an der Universität Leipzig, ergänzt: “Das viszerale Bauchfett sendet Entzündungsstoffe aus, die die Blutgefäße schädigen, Fettstoffwechselstörungen begünstigen und zu Diabetes beitragen können.”

5. Woran erkennt man viszerales Fett?

Ein erstes Indiz ist natürlich Übergewicht. Etwas aufschlussreicher ist die Waist-to-hip-ratio, also das Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang. Im besten Fall ist bei Frauen die Taille schmaler als die Hüfte, und bei Männern haben Hüfte und Taille etwa den gleichen Umfang. Ein weiteres Anzeichen: “Der typische Bierbauch mit viszeralem Fett wölbt sich prall wie ein Fußball und hängt wenig”, sagt Blüher.

6. Was hilft gegen die “Dadbod”-Wampe?

Es hilft nur eine langfristige Lebensstiländerung, weniger und gesünder zu essen. Fritsche empfiehlt, auf eine mediterrane Ernährung mit Gemüse, Nüssen, Pflanzenölen umzusteigen. Wer seinen Lebensstil sinnvoll ändert, muss oft nur wenig Gewicht verlieren, um vor allem viszerales Fett schmelzen zu lassen.

Hungern bringt nichts, denn dabei verliert der Körper vor allem Wasser und subkutanes Fett. Besonders Bewegung spielt aber eine wichtige Rolle, so Fritsche. Raedsch empfiehlt, sich dreimal pro Woche zu bewegen, um das im “Dadbod” gelagerte Fett zum Schmelzen zu bringen.

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Quelle: www.lifeline.de, 17.01.2016

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