Nahrungsmittelergänzungen bei Arthrose

Hier können Sie sich einen guten Überblick über die wichtigsten Gelenknährstoffen abseits von Glucosamin und Chondroitin verschaffen.

Wer unter schmerzenden Gelenken, erhöhtem Gelenkverschleiss oder Entzündungen in den Gelenken leidet, gelangt relativ schnell zu Glucosamin. Als Arzneimittel ist es für die Anwendung bei Arthrose und Arthritis zugelassen. Glucosamin gemeinsam mit Chondroitin und anderen Knorpelbestandteilen findet man auch als Nahrungsergänzungsmittel. Komplexere und hochwertigere Gelenknahrungen bieten dem Gelenk auch Vitamine, Spurenelemente und weitere Knorpelbausteine. Diese komplexen Nahrungsergänzungen müssen nicht einmal teurer sein.

Die folgenden Inhaltstoffe sind wichtig für gesunde Gelenke, gut erforscht und weisen als Nahrungsergänzung keine bis kaum nennenswerte Nebenwirkungen auf.

Mehr Info zu den wichtigsten Gelenknährstoffen:

  • Glucosamin und Chondroitin: Diese beiden Stoffe sind die “Gelenk-Klassiker”. Bevorzugt als Glucosaminsulfat und Chondroitinsulfat einzunehmen. Manche Hersteller sparen an der Dosierung, es sollten mindestens 1.200 mg Glucosaminsulfat und 400 mg Chondroitinsulfat pro Tag eingenommen werden.

Die Wirkung verstärken können:

  • Omega-3 Fettsäuren (DHA und EPA) aus Fischöl: Sie wirken entzündungshemmend und fördern ganz nebenbei noch die Gesundheit der Arterien und leisten einen Beitrag zu einem gesunden Cholesterinspiegel.
  • Pinienrindenextrakt wird in den letzten 10 Jahren erst intensiv erforscht und hat gute entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkungen bei Arthrose und Arthritis erbracht. In verschiedenen Studien konnten Teilnehmer die Einnahme von Medikamenten zur Schmerzlinderung halbieren.
  • MSM (Methylsulfonylmethan) ist sogenannter organischer Schwefel. Entzündungshemmende Wirkungen hat MSM, hier ist die Studienlage recht gut. Ebenso soll Schwefelmangel teilweise den Knorpelabbau begünstigen.
  • Aminosäuren wie Methionin und Cystein sind ebenso wie MSM gute Schwefelquellen. Gelenkexperten wie Dr. Feil empfehlen deshalb eine aminosäurenreiche Ernährung.
  • Hyaluronsäure wird üblicherweise ins Gelenk gespritzt, aber auch von vielen Experten zur Einnahme als Nahrungsergänzung empfohlen. Weitere Forschungen wären wünschenswert.
  • Kollagenhydrosylat macht mit einer üblichen Dosierung von 10 Gramm pro Anwendung meist als separat einzunehmendes Pulver Sinn. Nicht ganz so gut erforscht wie Glucosamin und Chondroitin, aber empfehlenswert.
  • Vitamin C ist wichtig für Immunsystem, als Bekämpfer von zellzerstörenden freien Radikalen und für die Bildung von Kollagenfasern. In der Steinzeit hat der Mensch etwa 4.000 mg Vitamin C täglich mit der Nahrung aufgenommen, heute kommen 30% der Deutschen nicht einmal auf das empfohlene Minimum von 80 mg.
  • Vitamin E ist ein fettlösliches Antioxidans. Hochdosiertes Vitamin E kann entzündungshemmend schmerzstillend wirken.
  • Vitamin D ist wichtig für das Immunsystem und den Kalziumstoffwechsel und damit die Knochen. Eine der Hauptursachen für Osteoporose ist Vitamin D Mangel – und der wird bei rund 90% der Deutschen festgestellt. Eine Vitamin D Zuführung ist daher nicht nur für Arthrosepatienten empfehlenswert.
  • Selen, Mangan, Kupfer und Zink: Zitat des Gelenkexperten Dr. Feil: “Seit vielen Jahren empfehlen wir Arthrose-Schmerzen auch zusätzlich mit Zink, Selen, Mangan und Kupfer entgegenzuwirken. Diese Spurenelemente haben eine hemmende Wirkung auf Entzündungsreaktionen, schützen den Knorpel vor Abbau und fördern den Bindegewebsstoffwechsel.“
  • Weihrauch (Tabletten/Kapseln): Die ESCOP beschreibt den alkoholischen Trockenextrakt aus indischem Weihrauch für die Behandlung der schmerzhaften Arthrose in Dosen von 250 mg bis 1200 mg/Tag.
  • Grünlippmuschelextrakte verringerte bei Arthrosepatienten die Schmerzintensität und erhöhte die Beweglichkeit der betroffenen Kniegelenke nachweislich.
  • Curcuma: Eine Studie zeigt, dass die Gabe von Curcumin bei Patienten mit Osteoarthritis Arthrose Schmerzen lindern kann und die Mobilität verbessern kann. Es kann auch zu einer Verminderung einer Reihe von entzündlichen Markern kommen. Die anti-inflammatorischen Effekte von Curcumin helfen dabei, bei Arthrose-Patienten die Irritationen in Geweben durch Schmerzen, Rötung, Schwellung und Hitze zu reduzieren.
  • Das Pulver der Hagebutte kann bei Arthrose-Erkrankungen eingesetzt werden. Eine dänische Forschergruppe um Larsen identifizierte im Jahr 2003 den in der wilden Hagebutte vorkommenden aktiven Inhaltsstoff Galaktolipid, das bei Temperaturen über 40 Grad Celsius zerstört wird. Diese Forscher führten zwei Studien durch, in denen nach Einnahme von 5 g Hagebuttenpulver eine Senkung des C-reaktiven Proteins festgestellt wurde, sowie eine erhöhte Beweglichkeit des Hüftgelenks und eine Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs um 44 %. Auffallend war der weit über das Studienende hinausgehende Langzeiteffekt. Eine Forschergruppe um Arsalan Kharazmi an der Universität Kopenhagen bestätigte 2004 die positiven Effekte einer Ernährungstherapie mit Hagebuttenpulver.
  • Schlussbemerkung

    Die vorgestellten Nahrungsergänzungen sind nur einige aus einer großen Auswahl. Der Nutzen der Inhaltstoffe ist meist gut belegt. Diese Übersicht kann natürlich keinen Besuch bei einem Orthopäden oder Sportmediziner/Sporttherapeuten/Physiotherapeuten/Apotheker ersetzen, der Ihre individuellen Gelenkbeschwerden analysieren kann. Der Vergleichstest ist daher insbesondere keine Aufforderung zur Selbstmedikation. Bitte kontaktieren Sie unbedingt Ihren Arzt und/oder Apotheker!

    Zudem sind diese drei Faktoren von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit der Gelenke:
    1. eine allgemein ausgewogene Ernährung mit wenig fettem Fleisch und viel Rohkost, Obst und Gemüse
    2. regelmäßige Bewegung ohne Extrembelastungen der Gelenke
    3. die Vermeidung von Übergewicht und der dadurch verbundenen Überbelastung der Gelenke

    Denken Sie also – nicht nur Ihrer Gelenke zuliebe – auch an regelmäßige Bewegung und rohkost-, fisch- und eiweißreiche Ernährung!

    Wenn Sie Fragen haben, berate ich Sie gerne bei Osteoporose, Gewichtsreduktion etc.

    Quellen:
    Coulson et al. 2012. Green-lipped mussel (Perna canaliculus) extract efficacy in knee osteoarthritis and improvement in gastrointestinal dysfunction: a pilot study. Inflammopharmacology 20(2), 71-6; doi: 10.1007/s10787-012-0128-6
    Feil, W., “Die Dr. Feil Strategie. Arthrose und Gelenkschmerzen überwinden.”, 1. Aufl. 2013, S. 49; ISBN 978-3-00-040191-6
    www.biomedizin-blog.de, 07.07.2014
    www.gesund.co.at, 07.07.2014
    www.grünlippmuschel.org, 07.07.2014

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